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Google Glas und Verantwortlichkeiten der Netzuser

Einige US-Politiker haben kürzlich ein Schreiben an Google verfasst, in welchem acht datenschutzrelevante Fragen bezüglich der neuen Datenbrille Google Glass gestellt werden.

Was ich in diesem Zusammenhang und grundlegend unter Berücksichtigung neuer Technologien in Social Media und Internet als Ganzes wichtig finde, ist neben der Begutachtung der Firmen durch Datenschützer (was natürlich wichtig ist und bleibt!) auch die Schaffung eines angemessenen Bewusstseins der Menschen, die Daten in das weltweite Netz setzen.

Gerade dahingehend fehlt – so mein Eindruck – noch eine gehörige Portion. Das Internet ist nun mal einfach ein weltweites Netz. Was da rein gesetzt wird, kann durch jeden, der diesem Netz beiwohnt, gesehen, abgefragt, gelesen, gespeichert usw. werden. Ich finde es einigermaßen zwiespältig, wenn ich als User beispielsweise ein Bild von mir inklusive meines Namens ins Netz setze und dann empört darüber bin, wenn ein weiteres Bild von mir, das ich ohne Namen veröffentliche, durch Technologien mit meinem Namen angereichert wird. Die Information und daher auch die Möhglichkei zu dieser Zusammenführung habe ich ja selbst zu verantworten. Das muss mir als User bewusst sein.

Die Aufklärung zu dieser Art der Verantwortlichkeit sehe ich als eine extrem wichtige Aufgabe unserer Politik, die sie sich im Zeitalter der modernen IT auf die Fahnen schreiben muss. Das gehört natürlich schon in die Schule, denn da bereits beginnt der teils exzessive Umgang mit Facebook & Co. So wie jedes Unternehmen seine Mitarbeiter im Sinne des Datenschutzes schulen muss, sollte auch der Staat seine Portion an Verantwortung seinen Bürgern gegenüber wahrnehmen und diesen datenschutzgerechtes Verhalten auch im deren eigenem Sinne aufzuzeigen.

Das kurze Video „Take control of your personal data“, welches die EU auf ihrer Datenschutzseite einsetzt, vermittelt ja auf für eine Behörde wie ich finde ganz gelungene Weise die Botschaft „online you reveal more than you think“. Soweit ja schön und gut, nur fehlt mir eben der folgende Schritt. Wo werde ich informiert darüber, was genau über mich als einfachen Surfer, mich als facebook-fan, mich als online-shopper etc. an Informationen im Netz landen?

Das fehlt, damit neue Technologien nicht dadurch gebremst werden, dass User keine Ahnung davon haben, was die Grundlagen der Kommunikation mit dem größten Netzwerk sind und dadurch sich zu sehr in ihren persönlichen Rechten verletzt fühlen. Natürlich fußt dieses Problem nicht nur auf die Unwissenheit der User, die sogenannten Online-Riesen machen auch mal zu große Schritte, die natürlich begutachtet werden sollen. Aber die Lücke zwischen diesen beiden Gruppen ist viel größer als nötig.

Die Frage Nr. 3 des Fragenkatalogs würde sich meiner Ansicht nach daher so gut wie erledigen. Wenn ein User es ermöglicht, über ein Bild im Internet auf seinen Namen zu schließen und wenn zu seinem Namen weitere Informationen (wie etwa Beruf, Hobbies, sexuelle Ausrichtung oder weitere sensible Daten) anreicherbar sind, dann hat er das selbst zu verantworten und eine Technik, die diese Zusammenführung ermöglicht, soll nicht gebremst werden, nur weil dieser oder mehrere User fahrlässig gehandelt haben. Mein statement zu Frage 3 lautet also: ja hoffentlich kann Google Glas diese Gesichtserkennung.

Wenn ein Nutzer des Internets ein Portal benutzt und Daten von sich dort mitteilt, so sollte er genau wissen, wie diese Daten behandelt werden. Sind sie auch außerhalb eines geschlossenen Kreises, den der Nutzer also nicht mehr unter Kontrolle hat, verfügbar, so muss er/sie entscheiden. Wird veröffentlicht, so ist das eine Freigabe für alle Netz-User, also das gesamte Internet und seine Technologien.

Hier nochmal der Link zu dem Schreiben der Politiker an Google:

http://joebarton.house.gov/images/GoogleGlassLtr_051613.pdf

Bald kommt Glass – eine Vision zwischen Freude und Sorge zu Googles Datenbrille

Glass, so nennt Google seine bereits allseits bekannte Datenbrille, die das Unternehmen bis Ende 2013 auf den Markt bringen möchte. Fotos schwirren ja bereits zahlreich im Netz umher, so dass sich jeder schon mal ein optisches Bild von Glass machen kann.

 

Nimmt man mal die technischen Möglichkeiten unter die Lupe, so kann man sich aber auch ein Bild davon machen, wie Glass Situationen in unserem Alltag verändern kann. Die Erwartungen hier sind weitreichend, sie gehen von supertoller Begeisterung nicht nur technikaffiner Menschen bis hin zu großer Unsicherheit und Angst bei eher vorsichtig lebenden Personen. Datenschützer sehen der Einführung der Datenbrille auch eher mit Sorge entgegen.

 

Was kann die Brille denn nun? Und wie kommt das im Alltag zum Tragen?

 

Die Brille ist ja eigentlich keine Brille im bisher verwendeten Sinn, außer dass sie ein Gestell wie herkömmliche Brillen verwendet. Damit kann man sie aufsetzen und der Mini-Bildschrim betritt unser Sichtfeld.
Diese Brille ist wie erwähnt eine Datenbrille und da sie von Google kommt ist auch klar, dass sie Dienste des Internet nutzen und zur Verfügung stellen wird. In erster Linie werden dies auch – ratet mal – Google-Dienste sein. Da es aber davon ja schon einige gibt, ist vieles möglich.

 

Da ist beispielsweise Google Maps, der Karten-, Routen und Navigationsdienst von Google. Die Vorstellung, wenn nötig bei jeglicher Art von Fortbewegung ein Navigationssystem im Blick zu haben, ist durchaus sympathisch. Die Brille kann per Touch, Sprachbefehl oder durch einen Blick in den Himmel aktiviert werden. Berührungen an der rechten Seite und Sprache, dies sind offensichtlich die beiden elementaren Bedienungsmittel, mit der man der Brille mitteilen wird, was man von ihr möchte.
Es sind natürlich auch andere Abfragen möglich, die Google auch im normalen Netz bietet. Wenn ich zufällig gerade an der Sixtinischen Kapelle vorbeilaufe und einfach nicht drauf komme, wann sie erbaut wurde, frage ich einfach Glass.

 

Das geht ja jetzt auch schon mobil mit unseren Smartphones. Eines von Googles Zielen ist es aber, technische Möglichkeiten im wahrsten Sinne des Wortes näher an unsere Sinne zu bringen. Direkter, schneller und einfacher soll der Zugriff möglich sein. Glass kann beispielsweise auch mal schnell eine Textnachricht an einen Freund schicken.

 

Connected everywhere easily…

 

Glass kann aber auch fotografieren und filmen. Auch das ist sehr nett, denn so kann ich noch spontaner als bisher schnell mal das ablichten, was sich mir da zeigt. Schnappschüsse schnappen noch schneller zu. Diese Bilder und Videos kann ich natürlich auch über meine sozialen Netze verbreiten und so meine Freunde direkt teilhaben lassen.

 

Das klingt für mich, der ich (wenn es denn soweit ist) der Träger der Brille bin, alles sehr spannend und verlockend. Wie sieht es aber aus, wenn mir jemand mit Glass im Alltag begegnet? Ich glaube, das Gefühl, das ich dann habe, ist mit dem zu vergleichen, wie wenn mir jemand begegnet, der eine Digitalkamera auf mich richtet. Es könnte sein, dass dieser Mensch mich gerade fotografiert ohne dass ich es erkenne. Hm, vielleicht ist das aber auch nur eine Art Gewöhnungssache und ich werde nach kurzer Zeit in der Glass-Epoche kein Problem mehr damit haben, denn auch heute schon habe ich nicht alle Menschen um mich herum im Blick, die entweder eine Kamera oder ein fotografierendes Smartphone auf mich richten. Das was heute schon geht wird also nur etwas leichter.
Über Möglichkeiten der Gesichtserkennung wird es meinen Passanten aber jetzt auch möglich sein, quasi im Vorbeigehen nachzufragen, wer ich bin. Es könnte also ein Fremder im Flug herausfinden, wie ich heiße, was ich so like und wer meine Freunde sind. Vorausgesetzt diese Informationen sind öffentlich im Internet zugänglich. Damit habe ich kein Problem, da ich schon lange selbst kontrolliere, was ich public und was private ins Netz stelle. Bei public Elementen lebe ich natürlich mit solchen Konsequenzen.

 

Schwierig wird für mich erst die folgende Vorstellung: über Glass in Verbindung mit Google+ wird es auch möglich sein, Freunde live an einer gerade laufenden Videoaufzeichnung teilhaben zu lassen. Das bedeutet, dass ich nicht weiß, wer mich denn gerade beobachtet. Verhalte ich mich immer gleich, egal welcher Person ich gerade gegenüber trete? Die Arbeit für Privatdedektive könnte deutlich leichter werden, oder sie wird von Fritzchen und Lischen übernommen und Privatdedektive werden zu Glass-Vertrieblern.

 

In der Öffentlichkeit bin ich nun mal in der Öffentlichkeit!

 

Es wird immer deutlicher, dass sich Öffentlichkeit für mich nicht nur auf den Raum um mich herum beschränkt, sondern dass auch hier das globale Dorf Einzug hält. Die Öffentlichkeit vor meiner Haustüre ist potentiell die ganze Welt! Damit werden wir uns wohl früher oder später einfach abfinden müssen. Besser früher, denn Prozessoren und Kameras werden immer kleiner und ich bin mir sicher, dass Googles Glass nur ein Anfang auf dem Weg in die Erstellung und Nutzung von kleinsten und total unauffälligen Computern ist, die mit hochwertigen Kameras und GPS-Modulen und noch vielem mehr ausgestattet sind.

 

Auch der Datenschutz muss sich der Frage stellen, was Öffentlichkeit ist, wo sie beginnt und endet, wie öffentlich sie sein darf und wer wann und wie geschützt werden kann und soll. Da gibt es einiges zu tun, „öffentlicher Raum“ muss neu definiert werden.

 

Übrigens ist, wenig überraschend, Mark Zuckerberg ein großer Interessent an Google Glass. Er hat auch schon ein eigenes Team daran gesetzt, die Möglichkeiten der Datenbrille für Facebook zu evaluieren und Dienste extra für die Brille zu entwickeln.

Facebook und das deutsche Datenschutzrecht

Facebook hat beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein für Unbehagen gesorgt, da es von seinen Nutzern verlangt, sich mit den echten personenbezogenen Daten (Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse, Geschlecht und Geburtsdatum) teilzunehmen. Tut ein Teilnehmer dies nicht und Facebook erkennt dies, so werden deren Konten gesperrt und erst nach Berichtigung der Daten inklusive Vorlage eines Lichtbildausweises (in Kopie versteht sich) wieder freigeschalten.

 

Eine Klage des ULD sorgte zunächst dafür, dass Facebook auferlegt wurde, dieses Vorgehen zu lockern und seinen Usern das Verwenden von Nicknames zu gestatten. Gegen diese Vorlage hat Facebook nun erfolgreich Widerspruch eingelegt. Genauer nachzulesen ist dies hier.

 

Hintergrund des Erfolgs Facebooks in dieser Sache ist, dass der europäische Sitz des Unternehmens in Irland ist. Somit ist das deutsche BDSG und das ebenfalls deutsche Telemediengesetz (die hier beide hauptsächlich zur Anwendung kamen) schlicht nicht anwendbar.

 

In diesem Punkt finde ich den Vorstoß der neuen, noch nicht umgesetzten EU-Datenschzutzverordnung, sehr lobenswert. Diese sieht vor, dass die Verordnung gelten soll, sobald sich Dienste von Unternehmen an Betroffene richten, die ihren ständigen Wohnsitz in der europäischen Gemeinschaft haben. Dies ist in Art. 3 Abs. 2 festgehalten und auch im Erwägungsgrund 19 ausformuliert:

Jede Verarbeitung personenbezogener Daten im Rahmen der Tätigkeiten einer
Niederlassung eines für die Verarbeitung Verantwortlichen oder eines
Auftragsverarbeiters in der Union sollte gemäß dieser Verordnung erfolgen, gleich, ob
die Verarbeitung in oder außerhalb der Union stattfindet.

 

So muss sich der datenschutzachtsame Verbraucher vor Inanspruchnahme einer Dienstleistung nicht erst mit den gesetzlichen Gegebenheiten in dem Herkunftsland des gegenständlichen Unternehmens informieren. Dann hätte auch Facebook in dem beschriebenen Fall nicht so leichtes Spiel gehabt.

Cloud Storage und Datensicherheit

Es gibt einige Anbieter von Cloud Storage Services im Web. Große und bekannte Namen hier sind Google Drive, Microsofts SkyDrive, DropBox, Amazon Cloud Drive, Wuala und viele mehr.

Heute bin ich bei einigen anderen Services darauf aufmerksam geworden, dass diese Google Drive integrieren. Ich nutze bisher Google Drive noch nicht und habe mich darauf ein wenig auf die Suche nach Informationen über Datensicherheit bei diesen Services gemacht.

Bei dieser Suche bin ich auf folgenden Artikel gestoßen:

http://www.digitaltrends.com/mobile/how-can-we-trust-google-drive-or-any-cloud-storage-service/

Hier werden insbesondere zwei Aspekte beleuchtet, die ich in meiner Fragestellung auch als elementar betrachte:

  1. Wer kann meine Daten – egal unter welche eingeschränkten Bestimmungen – möglicherweise einsehen?
  2. Wie sicher sind meine Daten vor Verlust geschützt?

Der Verfasser dieses Artikels möchte seinen Lesern klar machen, dass in beiden Fragen keine absolute Sicherheit durch die genannten Anbieter existiert. Im speziellen bezieht er sich dabei auf die Bestimmungen bei Microsofts SkyDrive, die ausdrücklich darauf hinweisen, dass keine Garantie vor Verlust der Daten gegeben wird und der User selbst für Backups verantwortlich ist.

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