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Vergessen

Social-Media-Bewusstsein bei Teenagern

Ein bereits vielfältig im Netz und in der Presse wiedergegebenes Ergebnis der jährlichen Technoligie-Umfrage von Schwartz Public Relations zusammen mit dem weltweiten PR Netzwerk Eurocom Worldwide ist der Einfluss von Social Media Profilen auf Bewerbungen. Die Online Reputation, der Ruf eines jeden Einzelnen im Netz, hat deutlichen Einfluss darauf, ob Bewerber zu einem Gespräch eingeladen werden, oder nicht.

Zugegeben, diese Erkenntnis ist im Grunde nicht neu. Neu ist vielleicht, dass jetzt Zahlen dieses Wissen belegen. So zeigte sich bei der Befragung von mehr als 300 europäischen Führungskräften, dass 40% der Unternehmen die Social Media Profile ihrer Bewerber prüfen. Sogar 20% haben Bewerbern auch schon auf Grund ihres Online-Profils abgesagt.

Wie gesagt, nichts revolutionäres, wie ich finde. Langsam sollte die Bedeutung und Auswirkung der Posts, Pinnwände, Bilderfreigaben, Verbindungen und öffentlichen Kommentaren an Pinnwänden & Co. bei den Usern angekommen sein. Hm, das sage ich jetzt so einfach, aber kann man das wirklich erwarten? Wer sind denn die User von Facebook, LinkedIn, StudiVZ, Stayfriends und wie sie noch alle heißen? Beziehungsweise nicht ‚wer‘, sondern ‚wie alt‘ sind diese User? Denn ich frage mich, was bei unseren Kindern zuerst kommt. Das Bewusstsein über die Auswirkung der oben beschriebenen Nutzung von Social Media oder das (noch unbedachte) Nutzen dieser Portale?

Schaut man sich diese Auswertung bei Futurebiz an, so liegt der Anteil der Facebook-Nutzer die unter 17 Jahre alt sind bei starken 16%. Das macht 3,6 Millionen Nutzer in dieser Altersgruppe. Es wäre natürlich noch interessant zu wissen, wie hoch das Facebook-Eintrittsalter ist.
Liegt es relativ hoch bei etwa 16 Jahren, so fällt es bei einem Großteil der User möglicher Weise mit der Zeit der ersten Bewerbungen zusammen. Selbst wenn nicht, so kann man denke ich davon ausgehen, dass sich junge Menschen mit 16 Jahren, egal auf welchem Bildungsweg sie sich befinden, zumindest schon einmal Gedanken über ihren beruflichen Einstieg machen.

Liegt das Eintrittsalter jedoch deutlich darunter, dann sind die Gedanken an den ersten Job wohl noch in weiter Ferne.

Bei dem Suchbegriff „facebook einstiegsalter“ gibt das erste Ergebnis gleich Antwort auf die Frage. Demnach muss man mindestens 13 sein, um sich anmelden zu können. Nicht unerwartet wird aber gleich hier der Tipp geliefert, eben ein anderes Alter anzugeben, wenn man jünger ist. Jetzt möchte ich leichtgläubig einfach mal davon ausgehen, dass sich niemand unter 13 Jahren registriert. Das genügt jedoch auch schon, um meine Befürchtung auszusprechen, dass das Bewusstsein für die Bedeutung im Umgang mit Social Media und den Zusammenhang mit der späteren Jobsuche noch nicht vorhanden ist.

Wie sollen wir dem begegnen? Sind hier die Eltern gefragt? Oder sind es die Personaler in den Firmen, die gefordert sind?

Eltern können versuchen, altersgerecht zu erklären, worauf das eigene Kind bei der Nutzung achten soll. Ob der Sprößling in Einzelentscheidungen, etwa beim Hochladen eines vermeintlich lustigen Bildes der letzten Party, die Bedeutung einschätzen kann, bleibt dahingestellt. Ich denke, dass Eltern nicht viel mehr machen können, als ihre Kinder ‚an der Hand zu nehmen‘ und auch immer mal wieder darüber zu sprechen, was man denn so postet und in Facebook schreibt, um die Nutzung ein klein wenig in unschädliche Bahnen zu lenken. Social Media (wie auch Internet als ganzes) gehören zum normalen Leben dazu und es müssen wie in allen anderen Bereichen auch hier Erfahrungen gesammelt werden.

Die Gefahr, dass jemand in noch SocialMedia-unerfahrenen Jahren etwas über sich veröffentlicht, das ihm später zum Nachteil wird, relativiert sich wieder stark, wenn personalverantwortliche Mitarbeiter verstehen, dass Facebook & Co. ein Abbild der Entwicklung eines Teenagers wiedergeben können. Streiche, erste Erfahrungen mit Alkohol oder dem anderen Geschlecht, zickige Streitigkeiten… All das, was letztlich im Teenageralter normal ist, kann in Online-Darstellungen die Relation, die es im echten Leben einnimmt, total sprengen. Dies sollte in den Büros, die über Bewerber entscheiden, verstanden werden.